Kapitalmarktausblick – Aktien 4. Quartal

Die internationalen Aktienmärkte erlitten im dritten Quartal einen Kollaps:

DAX Chart 3 Jahre_2011-10-12

DAX Chart 3 Jahre_2011-10-12

Aktien aus der Eurozone gehörten mit einem Verlust von mehr als
20 % zu den großen Verlierern, während amerikanische und japanische Aktien „nur“ mehr
als 10 % verloren.

Die Kursverluste waren weniger eine Folge sinkender Unternehmensgewinne, sondern vielmehr bedingt durch einen Rückgang der Bewertung. So fiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis für die Aktien des MSCI Europa (Aktienindex) von 13,1 zu Beginn des dritten Quartals auf nur noch 10,3 zu Quartalsultimo. Europäische Aktien liegen damit knapp 30 %  unter dem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,6 seit 1970. Der Rückgang der Bewertung bedeutet im Umkehrschluss einen Anstieg der Risikoprämie. Die Aktienmärkte reagierten damit rational auf die gestiegenen Risiken für die Weltwirtschaft infolge der Verschärfung der europäischen Staatsschuldenkrise.

Steigende Risikoprämien erhöhen grundsätzlich die Attraktivität von Aktien, da es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der aktuellen Bewertung und der zukünftigen Wertentwicklung von Aktien über die nächsten fünf bis zehn Jahre gibt. Über eine Periode von ein bis zwei Jahren ist jedoch kein enger Zusammenhang festzustellen, da in der kürzeren Frist eher Faktoren wie Gewinntrends oder Momentum (Schwung, Impuls) dominieren. So erwarten wir auch keine Normalisierung der Bewertung von Aktien in den kommenden Monaten, sondern rechnen aufgrund der sehr wahrscheinlich anhaltenden Unsicherheit mit unverändert hohen Risikoprämien.

Die Wertentwicklung von Aktien dürfte vor diesem Hintergrund im vierten Quartal maßgeblich vom Gewinntrend bestimmt sein. Frühindikatoren wie der globale Einkaufsmanagerindex signalisierten zuletzt für das vierte Quartal eine Stabilisierung der Weltwirtschaft auf niedrigem Wachstumsniveau. Damit stehen die Chancen gut, dass die Unternehmensgewinne stabil bleiben und die Aktienmärkte das vierte Quartal ohne weitere Kursverluste beenden können.

Es gibt jedoch große regionale Differenzen. Während die Aussichten für die Unternehmensgewinne in Japan und in Asien insgesamt gut sind, bestehen aufgrund der Staatsschuldenkrise Risiken für die Gewinne der Unternehmen aus der Eurozone. Die japanischen Unternehmen profitieren dabei vom Wiederaufbau der vom Erdbeben zerstörten Tohoku-Region. Allein im kommenden Jahr dürfte die japanische Regierung mehr als 200 Mrd. USD für den Wiederaufbau ausgeben. Auch zeigte sich die chinesische Wirtschaft zuletzt überraschend widerstandsfähig und befindet sich in einer nur moderaten Abschwungsphase. In diesem Umfeld haben  Unternehmensgewinne chinesischer Unternehmen immer noch solides Potenzial.

Anmerkung:  Auszugsweiser Ausblick zum Aktienmarkt als Information.

Was denken Sie? Sollte man sich von der medialen Krisenstimmung leiten lassen oder daran denken was Albert Einstein sagte: „Inmitten von Schwierigkeiten liegen günstige Gelegenheiten“